Geschichtsbasiskurs erkundet Freiburg zur Zeit des Nationalsozialismus

Am 19.05.2026 begab sich der Geschichtsbasiskurs gemeinsam mit Frau Fleig auf eine Exkursion nach Freiburg zur Landeszentrale für politische Bildung (LpB). Dort nahmen die Schülerinnen und Schüler an einem Workshop teil, der das Ziel verfolgte, Freiburg zwischen 1933 und 1945 lokalhistorisch erfahrbar zu machen. Die Ereignisse der Zeit des Nationalsozialismus sollten dabei nicht nur als Teil der deutschen Geschichte, sondern auch als Teil der eigenen Region wahrgenommen werden.
Gerade in der heutigen Zeit gewinnt eine solche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit zunehmend an Bedeutung. Immer wieder wurde während des Workshops darauf hingewiesen, dass Erinnerung nicht nur dem Gedenken dient, sondern auch dazu beitragen soll, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Oder wie es im Verlauf des Tages mehrfach formuliert wurde: „Aus den Fehlern der Vergangenheit sollte man lernen, damit diese in der Zukunft nicht noch einmal passieren.“

Zu Beginn des Workshops lernten die Schülerinnen und Schüler zunächst die beiden Referenten kennen. Anschließend wurde mithilfe eines Quiz festgestellt, auf welchem Wissensstand sich die Gruppe befand. Dabei wurden zentrale Ereignisse der Zeit zwischen 1933 und 1945 aufgegriffen. So wurde unter anderem an die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 erinnert, die den Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft markierte. Ebenso spielten der Beginn des Zweiten Weltkriegs mit dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 sowie das Kriegsende in Europa am 8. Mai 1945 eine wichtige Rolle. Schnell entwickelte sich ein reger Austausch, bei dem vorhandenes Wissen aufgefrischt und durch neue Erkenntnisse ergänzt wurde.
 


Im Anschluss teilte sich der Kurs in kleinere Gruppen auf, um Freiburg auf besondere Weise zu erkunden. Mithilfe einer GPS-gestützten Rallye machten sich die Schülerinnen und Schüler selbstständig auf den Weg durch die Stadt und beschäftigten sich dabei mit verschiedenen Themen und historischen Orten. Diese Form des Lernens erwies sich als besonders spannend, da Geschichte nicht nur erzählt, sondern direkt vor Ort erfahrbar wurde. Anstatt Informationen ausschließlich im Seminarraum zu erhalten, konnten die Teilnehmenden selbst zu den jeweiligen Orten gelangen und sich dort mit deren Geschichte auseinandersetzen.

Dabei wurden unter anderem bekannte Orte wie das Freiburger Münster betrachtet. Besonders interessant war, wie eng die Geschichte der Stadt mit den Entwicklungen der Jahre 1933 bis 1945 verbunden war. Durch die eigenständige Erkundung entstanden immer wieder Gespräche über die Frage, wie die nationalsozialistische Herrschaft das Leben der Menschen vor Ort beeinflusste und wie sich politische Entscheidungen bis in den Alltag hinein auswirkten.
Nach der historischen Spurensuche traf sich der Kurs wieder in den Räumlichkeiten der Landeszentrale. Dort stellten die einzelnen Gruppen ihre Ergebnisse vor und reflektierten
gemeinsam über das Gelernte. Die verschiedenen Themen ergänzten sich gegenseitig, sodass ein vielfältiges Bild der Situation Freiburgs während der NS-Zeit entstand. Besonders spannend war die gemeinsame Auseinandersetzung mit der Rolle Freiburgs im Zweiten Weltkrieg. Dabei wurde deutlich, dass die Stadt zwar vom Krieg betroffen war, jedoch in vielerlei Hinsicht weniger stark unter direkten Kriegshandlungen litt als andere deutsche Regionen. Gleichzeitig zeigte sich aber auch, dass Freiburg keineswegs unberührt blieb. Insbesondere der
schwere Bombenangriff vom 27. November 1944 hinterließ deutliche Spuren und zerstörte große Teile der Altstadt. Dadurch wurde den Teilnehmenden bewusst, dass selbst Städte, die vergleichsweise weit von den Fronten entfernt lagen, die Folgen des Krieges deutlich zu spüren bekamen.
Insgesamt bot die Exkursion die Möglichkeit, Geschichte auf eine deutlich lebendigere Weise kennenzulernen, als dies im regulären Unterricht möglich wäre. Die Verbindung aus eigenständiger Erkundung, gemeinsamer Reflexion und lokalgeschichtlichen Einblicken machte den Workshop zu einer abwechslungsreichen und erkenntnisreichen Erfahrung. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit auch heute noch ist, um demokratische Werte zu schützen und die Bedeutung von Freiheit, Menschenrechten und Verantwortung zu verstehen.


Verfasst von: Julika Schröder